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REISEMAGAZIN: KANADA - DIE GRüNEN RIESEN VON CATHEDRAL GROVE

Alles in allem bedecken die Wälder British Columbias eine Fläche von über 60 Millionen Hektar, ein Gebiet größer als Frankreich. Kein Wunder also, dass die Provinz British Columbia ihre Existenz nicht zuletzt ihren Bäumen verdankt.
Sie waren Anreiz für Forstarbeiter und Obstbauern, sich im Landesinneren niederzulassen; sie haben Umweltaktivisten auf den Plan gerufen, die sich dafür einsetzten, dass ganze Regionen unter Naturschutz gestellt wurden; und sie sind seit Jahrtausenden ein wichtiger Bestandteil im Leben der indianische Ureinwohner. Cathedral Grove auf Vancouver Island ist ein mystischer Ort, an dem bis zu 76 Meter hohe und über 800 Jahre alte Bäume Geschichten erzählen, ja selbst Geschichte sind.
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Dabei handelt es sich um Douglasien, die man hier angesichts ihrer majestätischen Erscheinung ehrfurchtsvoll "die alten Gentlemen der Wälder" nennt. Moose hängen wie Bänder von den mächtigen Ästen, die selbst Hunderte von Jahren alt sein können. Die ältesten Bäume im Cathedral Grove stellen sogar eine Verbindung in das Zeitalter vor Kolumbus dar. Nachweisbar sprossen manche Exemplare vor fast einem Jahrtausend. Das 157 Hektar große Cathedral Grove ist Teil des MacMillan Provincial Parks und eines der zugänglichsten Waldgebiete Vancouver Islands mit Bestand an Riesendouglasien. Ein Waldwegenetz ermöglicht Besuchern jeden Alters einen ruhigen und angestrengten Spaziergang unter den imposanten Ästen.
Dass das Grove durch den Highway 4 geteilt wird, der die Städtchen Qualicum Beach und Port Alberni miteinander verbindet, ist eigentlich kaum der Rede wert. Denn bereits nach wenigen Schritten ist man zwischen Bäumen verschwunden, die schon alt waren, als Captain Cook im Jahre 1778 als erster Europäer die Ufer des heutigen British Columbias erreichte. Entlang der Pfade stehen Hinweistafeln mit Erklärungen zu den Bäumen, der hier lebenden Tiere und anderen Aspekten, die Stadtmenschen den Wald und seine Geheimnisse näher bringen. Auch welche Rolle die vielen umgestürzten Douglasien, Ergebnis eines schweren Sturms im Jahr 1997, bei der Erholung des Ökosystems Wald spielen, wird eingehend erklärt. Doch so vorteilhaft Erreichbarkeit und Zugänglichkeit des Parks sind, sie machen ihn auch verwundbar. Besucher sollten daher nicht von den ausgewiesenen Wegen abweichen. Diese bieten ausreichende Möglichkeiten, die Bäume zu bewundern und zu fotografieren.
(ecada/Jan Noy)